Wie ChatGPT entscheidet, wen es empfiehlt

Was Google und OpenAI selbst dazu schreiben, welcher technische Schalter Sie komplett aus den Empfehlungen wirft, und welche der viel verkauften KI-Optimierungen nachweislich nichts bringen.
Die Frage kommt inzwischen in fast jedem Erstgespräch: Was muss ich tun, damit ChatGPT mich empfiehlt? Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Es gibt genau einen technischen Schalter, der Sie komplett aus den Empfehlungen wirft, und den kennen die wenigsten. Und es gibt eine ganze Industrie, die Ihnen Optimierungen verkauft, von denen die Hersteller selbst sagen, dass sie nichts bewirken.
Woher ChatGPT seine Antworten nimmt
Zwei verschiedene Quellen, und das zu trennen erspart viele Missverständnisse. Die erste ist das, was im Modell steckt: Wissen aus Texten, mit denen es trainiert wurde. Das ist ein Stand von gestern, er lässt sich nicht nachträglich ändern, und ein Handwerksbetrieb aus Lindau steht dort mit ziemlicher Sicherheit nicht drin.
Die zweite Quelle ist die Suche. Wenn ChatGPT nach einer Empfehlung in Ihrer Region gefragt wird, sucht es im Netz, liest Seiten und nennt Quellen. Nur dieser Teil ist für Sie beeinflussbar, und nur dort entscheidet sich, ob Ihr Name fällt.
Die vier Bots von OpenAI
OpenAI schickt vier verschiedene Programme durchs Netz, und sie haben unterschiedliche Aufgaben. Das ist der Punkt, an dem die meisten durcheinanderkommen:
| Name | Wofür er da ist |
|---|---|
| OAI-SearchBot | Sammelt Inhalte für die Suche in ChatGPT. Der für Sie wichtige. |
| GPTBot | Sammelt Inhalte, die fürs Training der Modelle verwendet werden dürfen. |
| ChatGPT-User | Ruft eine Seite ab, wenn ein Nutzer gerade danach fragt. Durchsucht das Netz nicht von sich aus. |
| OAI-AdsBot | Prüft Zielseiten von Werbeanzeigen auf Richtlinien. |
Diese vier lassen sich unabhängig voneinander steuern. Sie können dem Training widersprechen und trotzdem in den Empfehlungen auftauchen. Genau das ist für die meisten Unternehmen die sinnvolle Einstellung.

So prüfen Sie es selbst
- 1Datei aufrufen
Tippen Sie
ihre-domain.de/robots.txtin den Browser. Diese Datei sagt Suchprogrammen, welche Bereiche sie anschauen dürfen. Kommt eine Fehlerseite, gibt es keine Sperren, und Sie sind an dieser Stelle fein raus. - 2Nach den Namen suchen
Suchen Sie im Text nach
OAI-SearchBotund nachGPTBot. Steht darunterDisallow: /, ist der jeweilige Bereich komplett gesperrt. Prüfen Sie auch, ob eine Regel für alle (User-agent: *) alles sperrt. - 3Ändern und warten
Wenn Sie etwas anpassen: Laut OpenAI dauert es rund 24 Stunden, bis eine Änderung an der Datei in der Suche ankommt. Nicht am nächsten Morgen enttäuscht sein.
Was Google offiziell dazu sagt
Google hat im Mai 2026 eine eigene Anleitung veröffentlicht, wie man für die KI-Funktionen der Suche sichtbar wird. Die Kernaussage darin ist unbequem für alle, die gerade ein neues Beratungsfeld aufbauen: Die KI-Funktionen setzen auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen auf wie die normale Suche. Damit eine Seite überhaupt in Frage kommt, muss sie indexiert sein und ein Textschnipsel in der Suche angezeigt werden dürfen.
Auf gut Deutsch: Was Sie für Google tun, tun Sie auch für die KI. Es gibt keine zweite, geheime Stellschraube.
Was nachweislich nichts bringt
Google hat dieser Anleitung einen eigenen Abschnitt angehängt, der mit verbreiteten Behauptungen aufräumt. Diese Punkte stehen dort als wirkungslos:
- Die Datei llms.txt. Google nutzt sie für die Suche einschließlich der KI-Funktionen nicht. Sie schadet nicht und hilft nicht. Kein großer Anbieter hat öffentlich zugesagt, sie auszuwerten.
- Texte in kleine Häppchen zerlegen. Es gibt keine ideale Seitenlänge und keine Pflicht, Inhalte für die KI zu zerstückeln.
- Für die Maschine statt für Menschen schreiben. Die Systeme verstehen Synonyme und Bedeutung. Keyword-Ketten sind überflüssig.
- Erwähnungen einkaufen. Gezielt platzierte, unechte Nennungen im Netz helfen nicht und können als Spam gewertet werden.
- Spezielles Markup für KI. Strukturierte Daten sind für die KI-Funktionen nicht erforderlich, und ein eigenes Schema dafür gibt es nicht. Für hervorgehobene Suchergebnisse bleiben sie trotzdem sinnvoll.
- Werkzeuge, die Ihnen KI-Rankings versprechen. Google schreibt ausdrücklich, dass kein Werkzeug eines Drittanbieters Zugriff auf die internen Ranking- und KI-Systeme hat.

Zur llms.txt noch ein Wort, weil die Frage oft kommt: Die Datei liegt auf vielen Seiten, auch auf meiner. Sie kostet nichts, sie stört nicht, und falls ein Anbieter sie eines Tages auswertet, ist sie da. Aber verkaufen lassen sollten Sie sich dafür nichts.
Was tatsächlich zählt
- Eigener Blickwinkel statt Allerweltstext. Google nennt das ausdrücklich: Inhalte mit eigener Erfahrung und Fachkenntnis, nicht das, was ein Modell selbst hätte schreiben können.
- Klare Gliederung. Absätze und Überschriften, sodass eine Maschine die Struktur mitlesen kann.
- Erreichbarkeit. Die Seite muss öffentlich, crawlbar und indexiert sein, und ein Textschnipsel muss erlaubt sein.
- Für örtliche Betriebe: das Google-Unternehmensprofil pflegen. Google nennt es in derselben Anleitung an erster Stelle für lokale Unternehmen.
- Bilder und Videos, die zum Text gehören, statt Dekoration.
Der Punkt, an dem es wirklich entschieden wird
Google warnt in der Anleitung vor austauschbarem Inhalt. Sinngemäß: Erstellen Sie nichts, was ein Sprachmodell genauso gut selbst erzeugen könnte. Das ist die unbequemste und zugleich nützlichste Aussage des ganzen Dokuments.
Denn genau das erklärt, warum die zwölfte Seite mit dem Titel Was kostet eine Website nicht zitiert wird. Eine KI braucht dafür keine Quelle, den Text kann sie selbst. Zitiert wird, was sie nicht weiß: Ihre Zahlen, Ihre Fälle, Ihre Erfahrung mit genau diesem Problem in genau dieser Branche. Das ist der Grund, warum in meinen Artikeln konkrete Beträge, Fristen und Paragrafen stehen.
Wie Sie messen, ob etwas passiert
Hier wird es ehrlich dünn, und das sagt Ihnen sonst kaum jemand. Für die KI-Funktionen der Google-Suche gibt es in der Search Console einen eigenen Bericht, dort sehen Sie Zahlen. Für ChatGPT gibt es keine Konsole und keine Statistik. Die Markierung, die ChatGPT an weitergeleitete Links hängt, hat sich in der Vergangenheit mehrfach geändert. Wer darauf eine Messung aufbaut, baut auf Sand.
Der brauchbarste Test ist der einfachste: Fragen Sie ChatGPT selbst, in der Formulierung, die ein Kunde benutzen würde. Ihren Firmennamen lassen Sie weg. Fragen Sie nach Ihrer Leistung in Ihrer Region. Wiederholen Sie das alle paar Wochen und notieren Sie, wer genannt wird.
Was niemand versprechen kann
Eine Platzierung. Google schreibt selbst, dass es keine Garantie für Crawling, Indexierung oder Ausspielung gibt, und OpenAI nennt mehrere Faktoren, ohne sie offenzulegen. Wenn Ihnen jemand eine feste Position in KI-Antworten zusichert, verkauft er Ihnen etwas, das er nicht liefern kann.
Wie ich das mache
Zuerst die Sperren prüfen, weil es der einzige Punkt ist, an dem ein einziger Eintrag alles blockiert. Dann die Grundlagen: indexierbar, sauber gegliedert, schnell, mit Inhalten, die etwas sagen, das anderswo nicht steht. Dazu das Google-Unternehmensprofil, wenn Sie örtlich arbeiten. Mehr gibt der heutige Stand nicht her, und alles darüber hinaus wäre geraten.
Häufige Fragen

Seit 2018 habe ich über 250 Websites gebaut, jahrelang von Hand, seit 2026 mit KI-Systemen. Ich schreibe hier auf, was in echten Projekten funktioniert hat, und sage auch, wenn sich etwas nicht lohnt.
Werden Sie gerade empfohlen oder nicht?
Ich schaue nach, ob Ihre Seite für die KI-Suche überhaupt erreichbar ist, was die Systeme über Sie wissen und wo es hakt.
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