Website-Relaunch: Checkliste und Projektplan

Der Ablauf, den ich bei jedem Relaunch abarbeite: sechs Phasen, die Checkliste für den Umschalttag und die Stellen, an denen Rankings verloren gehen. Mit dem Punkt, der am meisten Geld kostet, wenn man ihn vergisst.
Drei Wochen nach dem Relaunch bricht der Traffic ein. Die Seite lädt schneller, sieht besser aus, alle sind zufrieden, und trotzdem kommt nichts mehr rein. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Unterseiten liegen jetzt unter neuen Adressen, und niemand hat Google gesagt, welche alte zu welcher neuen gehört. Das lässt sich verhindern. Es kostet einen halben Tag Vorarbeit.
Drei Fragen, bevor jemand etwas baut
- 1Was soll danach besser sein?
Mehr Anfragen. Besser auf dem Handy. Texte selbst ändern können. Raus aus einer Technik, die niemand mehr pflegt. Nennen Sie das Ziel so konkret, dass man am Ende messen kann, ob Sie es erreicht haben. Wer nur sagt, die Seite sei alt, bekommt eine neue alte Seite.
- 2Welche Seiten bringen heute Besucher?
Search Console öffnen, bevor Sie etwas wegwerfen. In fast jedem Projekt finde ich zwei oder drei Seiten, die seit Jahren zuverlässig Anfragen bringen und die der Kunde für unwichtig hält. Genau die fasst man am vorsichtigsten an und zieht sie definitiv mit um.
- 3Wer liefert Texte und Bilder, bis wann?
An den Entwicklern liegt es selten. Projekte stehen, weil Inhalte fehlen. Legen Sie Namen und Termine fest, bevor es losgeht, sonst wartet die fertige Seite wochenlang im Entwurf.
Der Ablauf in sechs Phasen
Halten Sie die Reihenfolge ein. Wer mit dem Design anfängt, baut Seiten für Inhalte, die noch niemand geschrieben hat, und sortiert am Ende alles ein zweites Mal.
Phase 1: Sichern
Solange die alte Seite läuft, kommen Sie an alles heran. Danach nicht mehr. Nehmen Sie sich einen Vormittag und arbeiten Sie diese Liste ab.
- Alle Adressen. Aus der Sitemap und zusätzlich aus der Search Console, beide Listen haben Lücken.
- Die Leistungsdaten der Search Console. Klicks, Impressionen, Positionen. Google hebt 16 Monate auf. Ohne diesen Export können Sie hinterher nicht belegen, ob der Relaunch etwas gebracht hat.
- Texte und Bilder in Originalgröße. Keine Bildschirmfotos.
- Eine vollständige Sicherung der Seite samt Datenbank.
- Die Zugänge: Domain, Hosting, Mailkonten, Search Console, Google-Unternehmensprofil.
- Die Formulare: Wohin laufen die Nachrichten, und wer liest sie?

Phase 2: Struktur und Adressen
Jetzt entsteht die Zuordnungstabelle: links jede alte Adresse, rechts ihr neues Ziel. Eine Regel vorweg: Adressen, die heute Besucher bringen, bleiben, wie sie sind. Es gibt keinen Grund, eine funktionierende Adresse umzubenennen, nur weil die Seite dahinter neu gebaut wird. Jede Umbenennung kostet Ranking, das Sie sich zurückverdienen müssen.
Phase 3: Inhalte
Texte und Bilder sind fertig, bevor gebaut wird. Hier bleiben Projekte liegen, deshalb steht die Phase mit ganz vorne. Was auf der alten Seite nachweislich funktioniert hat, wandert mit. Alles andere schreiben Sie neu, und zwar jetzt und nicht parallel zum Bauen.
Phase 4: Bauen
Gebaut wird auf einer Testadresse, die für Suchmaschinen gesperrt ist. Barrierefreiheit läuft dabei mit: Tastaturbedienung, Kontraste, saubere Überschriften, beschriftete Formularfelder. Beim Bauen kostet das kaum Zeit. Nachrüsten kostet ein Vielfaches, weil man dann in fertige Seiten eingreift.
Phase 5: Umschalten
Ein Tag, und der riskanteste im ganzen Projekt. Die Checkliste dafür steht weiter unten. Legen Sie ihn auf einen Dienstag oder Mittwoch. Freitagnachmittag umzuschalten heißt, ein Wochenende lang mit einem Fehler zu leben, den niemand beheben kann.
Phase 6: Die ersten vier Wochen
Wöchentlich in die Search Console schauen: Fehlerseiten, Positionen, Indexierung. Ein Rückgang in den ersten zwei Wochen gehört dazu, Google muss die neue Struktur erst erfassen. Was nach sechs Wochen nicht zurück ist, kommt auch nicht von allein zurück. Dann liegt es an den Weiterleitungen, in neun von zehn Fällen.
Checkliste für den Umschalttag
Diese Liste arbeite ich bei jedem Projekt ab, Punkt für Punkt, auch nach 250 Websites.
- Sperre für Suchmaschinen raus. Die Testseite stand auf nicht indexieren. Wandert die Einstellung mit, verschwindet die Seite wochenlang aus Google. Der teuerste Flüchtigkeitsfehler im Projekt, und er passiert ständig.
- Jede Weiterleitung einzeln aufrufen. Keine Stichprobe. Einzeln.
- https erzwungen? http muss weiterleiten, mit und ohne www ebenfalls.
- Sitemap neu eingereicht?
- Jedes Formular einmal abschicken, von einer fremden Adresse, und in den Spam-Ordner schauen.
- Impressum und Datenschutz aktuell und von jeder Seite erreichbar?
- Besucherzählung wieder eingebaut?
- Auf dem Handy durchgeklickt? Nicht nur am Schreibtisch.
- Alte Seite abgeschaltet, nicht gelöscht. Vier Wochen aufheben, mindestens.
- Google-Unternehmensprofil, Social-Profile, Mail-Signaturen auf die neuen Adressen umgestellt?

Ich habe das bei meinem eigenen Umzug unterschätzt. Auf sichtbar-mit-nadine.com ranken bis heute alte Adressen über den neuen Artikeln zum selben Thema, weil ein Teil der Zuordnung zu spät kam. Google tauscht so etwas nicht schnell zurück. Deshalb steht der Punkt hier oben und nicht im Anhang.
Was nicht mitkommt
Nutzen Sie den Relaunch zum Ausmisten. Vier Dinge bleiben zurück:
- Seiten ohne Aufrufe. Search Console öffnen, nachsehen, streichen. Nicht schätzen.
- Erweiterungen, die niemand mehr kennt. Jede ist eine offene Tür und ein Grund, warum Änderungen teuer werden.
- Preise und Öffnungszeiten als Bild. Da kommt weder Google noch ein Vorleseprogramm ran.
- Der Ton von 2015. Begrüßungsformeln auf der Startseite haben noch nie eine Anfrage ausgelöst.
Wie lange das dauert
Das Bauen ist nie das Langsame, die Zeit geht für Inhalte drauf. Liegen Texte und Bilder bereit, sind Sie in zwei bis drei Wochen durch. Fangen Sie erst in Phase 3 an zu sammeln, werden Monate daraus, und die Technik hat damit nicht einmal etwas zu tun.
Bei mir sind es 10 Werktage, gerechnet ab dem Tag, an dem die Inhalte vollständig vorliegen. Festpreis, Korrekturen im vereinbarten Rahmen.
Wann ich abrate
Drei Fälle, in denen ich Ihnen den Relaunch ausrede. Erstens: Die Technik ist in Ordnung, nur die Texte überzeugen nicht. Dann brauchen Sie einen Texter, keinen Neubau. Zweitens: Es kommt ohnehin niemand auf die Seite. Daran ändert ein Neubau nichts, Sichtbarkeit ist eine eigene Baustelle bzw. muss man das im Vorfeld strategisch planen.Drittens: Die Seite gefällt Ihnen nicht mehr. Schauen Sie vorher in die Zahlen. Manche unscheinbare Seite arbeitet besser, als sie aussieht.
Häufige Fragen

Seit 2018 habe ich über 250 Websites gebaut, jahrelang von Hand, seit 2026 mit KI-Systemen. Ich schreibe hier auf, was in echten Projekten funktioniert hat, und sage auch, wenn sich etwas nicht lohnt.
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So läuft ein Website-Projekt